Düsseldorf (dpa) Radikale Darstellung von Sex und Nacktheit oder “bildhauerische Fotografie” – die Werke des US-Fotografen Robert Mapplethorpe (1946-1989) sind bis heute Mittelpunkt hitziger Diskussionen.
Das Gesamtwerk des Künstlers beleuchtet von diesem Samstag an bis zum 15. August eine Ausstellung im NRW-Forum Düsseldorf. Die Auswahl von mehr als 150 Fotos umspannt frühe Selbstporträts von 1971 bis zu Mapplethorpes Aids-Tod. Ebenso ausgestellt sind seine provokativen Aktfotografien schwarzer Männer, Blumenstillleben, die Porträts berühmter Pop-Künstler wie Andy Warhol und Robert Rauschenberg sowie Bildnisse seiner langjährigen Gefährtin, der Sängerin Patti Smith.
Mit seinen Penis-Fotos, der freizügigen Darstellung sexueller Praktiken und homosexuellen Sujets schockierte und verstörte Mapplethorpe die Öffentlichkeit und beschäftigt bis ins 21. Jahrhundert hinein die Zensur. Die Schau in Düsseldorf will den Blick aber von der Fragen der Moral in der Kunst ablenken und sich ganz auf den Künstler konzentrieren. “Unser Ziel ist es, Mapplethorpe zu befreien von allen Klischees”, sagte Kurator Werner Lippert. “Mapplethorpe erzählt keine Geschichte, sondern macht eine bildhauerische Fotografie.”
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